So genau will es doch niemand wissen…

Warum so viele Menschen auf des Thema Armut mit beschämenden, herabwürdigenden Kommentaren reagieren werde ich in letzter Zeit des öfteren gefragt. Woher diese Abwertungen, die Versuche, Betroffene zu silencen kommen würden. Im Grunde genommen ist es ganz einfach: man will die Wahrheit nicht sehen! Man will nicht sehen dass Armut nicht das ist was uns in gescripteten Trash-TV Formaten vorgespielt wird, will nicht sehen dass vor allem die Stereotypen vor den Vorhang geholt werden damit sich die vorurteilsvollen Bilder über uns verfestigen. Denn was wäre der Umkehrschluss? Exakt! Dass Armut nichts damit zu tun hat zu faul, zu wenig bemüht zu sein, das es nicht darum geht als „fleißige Leistungsträger*innen“ doch niemals in diese Situation geraten zu können. Man würde sehen dass sie strukturell bedingt ist. Man müsste anerkennen dass Armut von so viel mehr Faktoren abhängig ist als nur vom bemüht sein. Gesundheit, Vereinbarkeit, Möglichkeiten, die genutzt werden können…das macht Angst!

Würden sich sämtliche Betroffene an die Öffentlichkeit wagen und aus ihrem Alltag erzählen, unsere Vorstellung von Armut wäre eine ganz andere. Jetzt haben wir aber das Problem das uns jahrelang diese gewissen Bilder über Armutsbetroffene eingetrichtert wurden. Und niemand möchte in diese Schublade gesteckt werde. „Ich bin nicht so wie die im Fernsehen, ich bemüh mich und trotzdem leb ich unter der Grenze“ – ist was ich zu oft zu hören bekomme. Genau deswegen bleiben viele lieber in der Anonymität und verstecken so gut es geht ihre Armut. Weil sie nicht nach diesem Schubladensystem bewertet werden möchten. Und weil sie sich dann eben nicht den Vorurteilen und Beschämungen aussetzen möchte. Somit dreht sich alles im Kreis. Solange die meisten lieber anonym bleiben, sich nicht „outen“ aus Angst vor diesen Schubladen, solange sehen wir nur die Bilder jener gescripteten Stereotypen. Oder die berühmten „die Nichte meines Nachbarn lebt aber auch ganz gut vom ALG/ vn HartzIV und will doch gar nicht arbeiten“. Und genau so lange bleibt das Narrativ über die „sind doch selbst schuld“ Betroffenen aufrecht.

Nur indem wir mehr und laut werden können wir diesen Kreis durchbrechen. Natürlich ist es nicht einfach sich hinzustellen und über die eigene Armut zu reden. Mit den Beschämungen und Vorwürfe umzugehen ist alles andere als einfach, aber mit Rückhalt machbar. Es gibt zum Glück immer mehr Menschen die sich solidarisieren, bei Bedarf mitkommentieren, den Rücken stärken und Beschämer*innen den Ausgang zeigen. Lasst es uns schaffen dass Armut kein Randthema mehr ist über das sich viele nicht drüberwagen, lasst es uns zu einem alltäglichen, dringlichen Thema werden lassen! Nur so können wir erreichen dass diese Schublade ausgemistet und neu gedacht wird! Betroffenen kostet es immens viel Kraft über ihre Situation zu sprechen und eigentlich wären vor allem Medien gefordert einen großen Part der Aufklärungsarbeit zu leisten. Doch gemeinsam und mit Unterstützung von solidarischen, achtsamen Menschen schaffen wir es mehr und mehr gehört zu werden. Davon bin ich überzeugt!

Eure Frau Sonnenschein

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Ein Kommentar zu „So genau will es doch niemand wissen…

  1. Ich habe kein Problem mehr mich zu outen, weil ich nichts mehr zu verlieren habe, der Weg ist vorgezeichnet und wird definitv Altersarmut heißen. Als Altersversorung vorgesehene Rücklagen mussten aufgebraucht werden, die Renten, die bereits bezogen werden oder unmittelar bevorstehen, sind weit unter Sozialhilfeniveau, Schwerbehinderung ist real. Ob es möglich sein wird mit Nebenjobs und Kleinsselbständigkeit noch eine Weile unabhängig von Transferleistungn zu bleiben oder nicht, ist letztlich sekundär, das Leben wird sich dauerhaft weiterhin in der Nähe, am oder unterhalb des Existentzminimums abspielen.

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