Zeit für ein Danke

2021 ist bald vorbei und ich kann, trotz der Pandemie und massig verschobenen Veranstaltungen auf ein unglaublich erfolgreiches Jahr zurückblicken. Erfolgreich im Sinne von „es hat sich viel getan“ und nicht in dem Sinne wie es viele interpretieren würden mit „gut verdient“.

2021 war das erste Jahr in dem ich zum ersten Mal für Projekte, Thinktanks, PKs, Vorträgen und Arbeitsgruppen angefragt wurde weil ich als Armutsbetroffene endlich ernstgenommen wurde. Nicht nur als die die offen ihre Geschichte zur Schau stellt. Nein, sondern als die die Expertise hat. Die weiß was im Alltag fehlt, was es braucht und was dringend notwendig wäre. Und genau dieses ernstgenommen werden ist so viel wert.

2021 war auch das Jahr in dem ich die Laudatio für den Journalistenpreis von unten halten durfte, in dem ich bei Worshops zu Teilhabe dabei sein konnte, in dem ich mit verschiedensten Firmen via Zoom über Armut und Sensibilisierung reden durfte. Firmen, die ihre Social Responsibility ernst nehmen. Das Jahr in dem ich Teil vom Volksbegehren https://www.arbeitslosengeld-rauf.at/ wurde, und das Jahr in dem nach 18 Monaten Vorarbeit die Stiftung https://gemeinwohlstiftung.at/fonds/ ihre Arbeit beginnen konnte und ich Teil dieser Stiftung sein darf. Das Jahr in dem ich gefragt wurde wie Verantstaltungen Teilhabe verbessern könnten.

2021 war auch das Jahr das mir gezeigt hat, wie sehr Kontakte Armutsbetroffenen fehlen. Nur dank vieler Kontakte konnte ich manche Hilfen organisieren, spontan, durfte zum ersten Mal im Leben den Jedermann live erleben, wurde für Interviews angefragt und werde mehr und mehr von Medien gefragt ihre Artikel auf armutssensible Sprache zu korrigieren.

2021 war das Jahr das mir trotz Corona gezeigt hat wie viel sich in Sachen Armut und Beschämung bewegt. Wie nach und nach Betroffene lauter werden, vor allem auf Twitter. Es ist so wundervoll zu beobachten wenn Menschen, die lange nur mitgelesen haben nun den Mut fassen, selbst über ihren Alltag zu berichten und sich gegen Vorurteile und Silencing zu wehren.

2021 war für mich vor drei Jahren undenkbar. Da war ich unsicher, war überzeugt unsere Armut sei unsere eigene Schuld. Wer will schafft doch alles oder? Bis 2018 war ich dank Vorurteilen wie dieser, die ich selbst übernommen hatte, zurückgezogen. War dank der Beschämungen, die Armutsbetroffene tagtäglich erleben, der Meinung, ich würde mich zuwenig bemühen. Martin Schenk von der https://www.armutskonferenz.at sagte mal „Beschämung ist eine mächtige soziale Waffe“. Und nichts beschreibt den Zustand der Beschämung besser als das.

2021 war nicht alles schlecht. Und das Positive daraus wünsche ich allen! Uns allen ein wenig mehr über den Tellerrand blicken, uns allen mehr Einblick in die Welt der anderen, in die Vorurteile aber auch in die Unsicherheiten.

2021 sollte es viel öfter geben. Ohne Pandemie halt. Ah – und übrigens – lasst euch impfen und halten wir noch eine zeitlang durch. Für uns alle!

Eure Frau Sonnenschein

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