Ich hätte so vieles anders machen sollen

…ist das so? Hat @chocolate_and_ wie sie selbst schreibt „selbst schuld“ an ihrer Armut? Natürlich würden nun einige kommentieren: ja, einfach kein Kind bekommen oder sich erst trennen wenn man es sich leisten kann, einfach sich um eine gute Ausbildung kümmern usw…die Kommentare kennen wir alle. Doch – wer von uns noch nie, niemals im Leben eine Fehlentscheidung getroffen hat (und sorry, ein Kind zählt da sowieso nicht dazu), werfe bitte den ersten Stein. Der Unterschied ist: mit dem entsprechenden Rückhalt können viele Privilegierte Fehlentscheidungen bzw. Fehler verkraften. Für Menschen wie uns endet jede angebliche Fehlentscheidung in der Armut.

Was mich am Text von @chocolate_and_ auch so bewegt? Sie verkörpert dieses „ich bin doch selbst schuld“, „ich bin zu blöd“ – genau das hat mich selbst jahrelang begleitet. Zu denken, alle anderen schaffen es doch auch nur ich nicht, genau das hab ich erlebt. Warum? Weil alle, tatsächlich alle im Umfeld die eigene Armut versteckt haben. Aus Scham. Erst das Wissen dass es so viele gibt, das Wissen, wir sind nicht allein, das Wissen über fehlende Vereinbarkeit, soziale Ungleichheit, strukturelle Armut hat mir geholfen, die Scham hinter mir zu lassen. Und mit jedem Text, der hier online geht, hoffe ich dass wir noch mehr Betroffenen erreichen und wir endlich laut werden. Aber jetzt – die ganze Aufmerksamkeit darauf wie banal eigentlich Armut geschieht, wie wenig es bräuchte um sie zu verhindern (Ausbildungschancen, Kinderbetreuung, Unterstützung, auch psychologische). Und ich möchte dass im deutschsprachigen Raum sehr, sehr viele diesen Text lesen, denn er spiegelt so viele Armutsschicksale wider.

Warum ich Northern Lights als Bild für diesen Beitrag genommen habe? Weil sie für mich als jahrelange Fotografin ein Traumziel sind, das ich jedoch niemals erreichen werde.

Eure Frau Sonnenschein

Es gibt unterschiedliche Wege, die zu Armut führen. Unterschiedliche Gründe. Auslöser. Ich weiß nicht, wie es bei anderen ist. Bei mir war es eine Kombination unglücklicher Ereignisse, Schicksalsschlägen und schlechten Entscheidungen. 

Man wird manchmal zum Beispiel schon in eine arme Familie geboren. In meinem Fall zum Glück eine, die immer zusammengehalten hat. So ist mir als Kind gar nicht so extrem aufgefallen, dass wir arm sind. Ich hielt das eher für normal. Die anderen, die mehr hatten, das waren für mich die Reichen. Und die Armen, das waren auch andere. Das waren die hungernden Menschen in Afrika. Die meisten Leute haben so wenig Geld wie wir, dachte ich. Meine Mutter war die meiste Zeit alleinerziehend und wir sind unzählige Male umgezogen. Dazwischen hat sie nochmal geheiratet und wir hatten für kurze Zeit ein kleines Haus und mehr Geld. Das war für mich die schönste Zeit.

Vielleicht trifft man auch eine schlechte Entscheidung, weil man nicht weiß, dass sie das ganze restliche Leben beeinflusst. Man bricht die Schule ab, weil man schwanger ist, und denkt aber, man könne die Matura doch später leicht nachholen. Immerhin gibt es eine Abendschule, also ist die Priorität erst mal, beim Kind zu bleiben, das zwar ungeplant ist, aber über alles geliebt wird.

Dann ist man möglicherweise unglücklich in der Beziehung weil 100% der Arbeit und des Mental Loads an einem selbst hängen bleibt. Und zu dem Zeitpunkt ist man einfach nur fix und fertig und voller Wut auf diesen Mann. Über Mental Load liest man erst später und weiß auch dann erst, was da damals alles schief gelaufen ist. Und da überstürzt man die Trennung, startet noch in Karenz, mit offenen Rechnungen, 2 Kindern, ohne Wohnung und Auto, ohne Job in Aussicht in das neue Leben als Alleinerziehende. Nichts ahnend, dass das all die Kraft kosten wird, die noch übrig war. 

Und so wurschtelt man sich dann jahrelang durch. Sobald Geld rein kommt, wird irgendwas kaputt. So will es das Gesetz. Man starrt vor Verzweiflung Löcher in die Wand. Man öffnet keine Briefe mehr, weil man eh kein Geld hat, die Rechnungen darin zu bezahlen. Man zahlt unendlich viele Raten an zu viele Firmen. Man nimmt Kredite auf, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Man bettelt die Verwandtschaft um Geld an und die Bank und wird innerlich kaputt vom schlechten Gewissen. Und vor Scham. Die ist am Größten. Denn ich wusste damals nicht, dass ich unter der Armutsgrenze lebte. Ich dachte, ich wäre zu blöd. Zu blöd, um mit Geld umzugehen. Zu blöd, um Kinder, Haushhalt, Job und Anderes unter einen Hut zu bringen. Die Fixkosten überstiegen auch ohne Lebensmittel zu kaufen schon die Einnahmen, aber ich dachte trotzdem, ich wäre einfach zu blöd um zu sparen. Immerhin habe ich ab und zu auch Dinge gekauft, die mir wie Luxus vorkamen. Kleidung, ein Stück Kuchen im Kaffeehaus, Spielsachen, oder den Eintritt ins Freibad. Erst viel später wurde mir klar, dass der Durchschnitt der Menschen noch viel mehr Sachen einfach nur zum Spaß kauft und dabei kein schlechtes Gewissen hat. 

Außerdem war ich auch faul. Ich hatte nur einen Halbtagsjob und ging nicht ganztags arbeiten. Mit mehr Arbeit hätte ich auch mehr Geld, dachte ich. Da ich das nicht hatte musste ich faul sein. Es gab zu diesem Zeitpunkt in der Umgebung allerdings gar keinen Ganztagsjob, der mit der Kinderbetreuung übereinstimmte. Und außerdem darf man ja auch keine vollzeit arbeitende Rabenmutter sein, sagte man mir. Mittlerweile wird das nicht mehr ganz so sehr verteufelt, aber diese Denkmuster sitzen immer noch tief in unserer Gesellschaft. Ich war also faul, weil ich zu wenig arbeitete, aber war gleichzeitig eine schlechte Mutter, weil ich überhaupt arbeitete. 

Ich hatte Glück im Unglück, denn ich hatte auch Menschen, die mich sehr unterstützen. Familie und Freunde, die mich im Alltag ablenkten und mit denen ich Spaß haben konnte. Doch ich bekam schlecht bezahlte Jobs, von denen mich einer fast ins Burnout katapultierte. Als ich morgens nach 3 Stunden Schlaf pro Nacht überlegte, ob ich tatsächlich aufstehen, oder warten soll bis ich gefunden werde, habe ich ohne neuen Job gekündigt. Eine Todsünde in Österreich. Hier hackelt man sich gefälligst kaputt, ohne zu jammern. Ich wurde auch gleich bestraft mit einer Sperre vom AMS und das Anbetteln von Leuten im Umfeld um Lebensmittel, damit meine Kinder nicht verhungern, begann von Neuem. So etwas wie Ersparnisse hatte ich natürlich nicht. Nur Schulden.

Das mit den Schulden ist so eine Sache. Es ist nicht so, dass man 5000 € Kredit aufnimmt und dann zahlt man das ab und dann ist alles wieder gut. Nein. Man überzieht das Konto. Dann muss man das ausgleichen mit einem Kredit. Dann braucht man die Kaution für eine Wohnung. Man zahlt wieder ein bisschen was ab. Dann muss man ein altes Auto kaufen, weil man sonst aus Mangel öffentlicher Verkehrsmittel am Land nicht zur richtigen Zeit zum Kindergarten und in die Arbeit kommt. Das Auto braucht aber 3 Monate später eine teure Reperatur, die man sich nicht leisten kann, also hat man noch dazu ein schlechtes Gewissen, weil man das Auto umsonst gekauft hat. Man kauft irgendwann nur noch auf Raten, obwohl man weiß, dass das teurer ist. Man macht Finanzpläne, aber man vergisst immer auf irgendwas unerwartetes. Weil man zu blöd ist, wahrscheinlich. Es kann Jahrzehnte dauern, bis Schulden abbezahlt sind. Und da hat man dann am Ende kein schickes Einfamilienhaus sondern freut sich einfach wie verrückt, wenn das Konto zur Abwechslung mal kurz ein paar Euro im plus ist. 

Was einen nicht umbringt, macht einen stärker. Oder in meinem Fall: krank. Die schiere Anzahl an schlechten Erfahrungen und ausweglosen Situationen ohne professionelle Hilfe hat zu psychischen Problemen bei mir geführt. Zum Glück gibt es in unserem schönen Land Fachkräfte! Die einem dann aber sagen, dass man ohne Geld keine Therapie bekommt und gegen die Selbstmordgedanken könnte man ja ein paar Tabletten schlucken. Auch hier gilt wieder: zum Glück hatte ich Menschen in meinem Umfeld, die einfach spitze waren, denn sonst hätte ich mich nie mehr aus diesem Loch kämpfen können. (Später hatte ich auch das Glück, einen Kassenplatz bei einer wunderbaren Therapeutin zu bekommen. Aber nicht ohne die ersten Stunden selbst bezahlen zu müssen.. Da ging das finanziell schon gerade mal so.)

Wenn man wenig Geld zur Verfügung hat, geht man nicht einkaufen, ohne zu rechnen. Ich zumindest nicht und ich vermute, viele andere auch nicht. Und trotzdem kann es passieren, dass an der Kassa die Bankomatkarte nicht funktioniert. Und man schämt sich so sehr, dass man am liebsten davonlaufen würde. Spätestens ab dann bekommt man immer leichte Panik an der Kassa. Mir wird heute immer noch mulmig. Ich schaue immer, ob ich notfalls noch mehr Bargeld als berechnet eingesteckt habe, oder noch Geld am Konto ist, falls der Einkauf teurer ist, als ich dachte. Und wenn ich schreibe “Geld am Konto” meine ich “Geld zur Verfügung durch den Überziehungsrahmen”.

Worüber auch wenig geredet wird ist, dass etwas Geld für Essen vielleicht da ist, dieses Essen aber miese Qualität hat oder man erst gar nicht genug Geld für ausreichend Obst und Gemüse hat. Da gibt es dann halt viel zu oft Toastbrot mit Butter und Marmelade und mittags Spaghetti. Und man weiß, man hat hier 2 Kinder, die mehr Vitamine bräuchten. Man kauft das auch ein bisschen, aber dann denkt man sich, gesünder wär bio, denn man sieht doch in den ganzen Dokus, was in den Lebensmitteln so drin ist. Vor lauter schlechtem Gewissen kauft man dann auch noch Süßigkeiten, damit die Kinder glücklich sind. Ein richtig blöder Teufelskreis. Und dann denkt man sich: “Also Oma hat das alles besser hinbekommen mit der Kocherei und die hatte auch nicht viel Geld.”, und fühlt sich noch mieser. Weil man nicht mal „richtig“ arm sein auf die Reihe bekommt. 

Ich wollte außerdem, dass niemanden auffällt, das wir kein Geld haben. Ich wollte nicht im Sozialmarkt einkaufen und als die Kinder älter wurden versuchte ich ihnen Markenkleidung zu organisieren. Ein paar Mal ging ich sogar im Bioladen einkaufen, aber sah ziemlich schnell, dass das mein Budget maßlos übersteigt. Ich weiß bin heute nicht, wie man sich einen Einkauf dort leisten kann. Urlaub war nur 1x drin und das nur, weil meine Mutter für uns die Unterkunft bezahlt hat und ich für den Rest noch mehr ins Minus rutschte. Aber es war wirklich wunderschön.

Frei nach dem Motto: Irgendwas ist immer” kommt dann noch die Krebserkrankung der Mutter dazu. Ich war gerade erst arbeitslos geworden und hatte da nicht die Kraft, auch noch einen Job zu suchen. Ich musste mich auch um meinen 11 jährigen Bruder kümmern. Ich konnte Familienhospizkarenz beantragen, was uns über Wasser hielt. Ausreichend ist das nicht, aber zu dem Zeitpunkt hatte ich dann größere Sorgen als Existenzängste. Glaubt man erst gar nicht, dass das geht. 

Mit noch mehr Trauma im Gepäck suchte ich dann verzweifelt Rat beim AMS in der Hoffnung, die wüssten vielleicht eine Beratungsstelle, an die ich mich wenden konnte. Ich wollte wirklich unbedingt arbeiten, scheiterte allerdings an den organisatorischen Dingen, denn ich hatte kein Auto, keine Kinderbetreuung mehr, musste mich teilweise um meine kranke Mutter kümmern und hatte keine Ausbildung. “Andere können das auch!”, meinte die Beraterin abschätzig, da sie überzeugt war, dass ich ja nur nicht arbeiten wollte. Ich heulte jedes mal beim AMS. Wenn man noch einen Rest Selbstachtung hat, kann man sich sicher sein, dass der dort zerstört wird. Ich fühlte mich wie der letzte Dreck. Faul. Unfähig. Zu blöd, die einfachsten Dinge auf die Reihe zu bekommen, die ja jeder kann. Ich kam in einen Kurs mit einer tollen Trainerin, die mich wieder aufbaute und danach in einen Kurs, in dem ich 30 min schlecht gemacht wurde, und mir gesagt wurde, dass ich eh nie was erreichen werde im Leben. 

Da ich gelernt habe, dass man nicht aufgibt, war ich zwar innerlich schon ziemlich kaputt, aber immer noch überzeugt, mein Leben auf die Reihe zu bekommen. Also ab in den nächsten schlecht bezahlten Job, der auch viel zu stressig war, aber ich hatte nette Kolleginnen, die teilweise zu Freundinnen wurden. Selbst der Burnout-Job hatte den Vorteil, eine Freundin dort kennen zu lernen. In der Zeit gings langsam auch finanziell bergauf. Die Kinder wurden größer. Ich bekam wieder einen Mann. Und zu zweit ist es gleich viel einfacher. Und damit ist nicht nur der finanzielle Aspekt gemeint. Einen Vertrauten zum reden zu haben, unbeschwert lachen zu können und sich die gemeinsame Zukunft auszumalen baute mich wieder auf. Mir ist es wichtig zu betonen, dass ich denke, Frauen sollten nicht wegen finanzieller Absicherung bei miesen Männern bleiben. Ich habe die Trennung von dem Vater der beiden großen Kinder nie bereut. Ich bin lieber verzweifelt wegen Armut, als in einer schrecklichen Beziehung. 

Die Matura konnte ich übrigens nicht nachholen. Dazu ist nämlich nicht jede*r berechtigt. Auch andere Ausbildungen ohne Kinderbetreuung, am Land, ohne Geld: vergiss es. Ja, vielleicht mit viel Unterstützung, wenn der Kurs bezahlt wird, man Kinder ohne Schulprobleme hat. Vielleicht gibts auch irgendwelche Infos, die ich nicht habe und es geht doch irgendwie, aber ich habe lange gesucht und keine Möglichkeit gefunden, die für mich persönlich machbar wäre. Da stirbt ein Traum in einem, das schmerzt sogar noch mehr, als die jahrelange Armut. 

Irgendwann zeigt der Mann mir Twitter und damit lerne ich zum ersten Mal etwas über Armut. Ich finde den Link zu einem Rechner, wo man schauen kann, ob man über der Armutsgrenze lebt und bin entsetzt, wie weit drunter ich damals war. Mir wird klar, dass es nicht rein an mir lag, was alles schief lief. Das hätten vielleicht auch andere nicht besser geschafft. Zum ersten Mal habe ich Mitleid mit meinem früheren Ich, das sich ständig so sehr selbst beschimpft hat. Betroffene schreiben von Armut und wie es ihnen ging und ich finde mich so sehr wieder. Ich weiß plötzlich woher all die Gefühle kommen. 

Und ich lerne durch den Mann auch, dass ich gar nicht Durchschnitt war als Kind. Denn er hatte eine ganz andere Vorstellung davon, was normal war. Nämlich Skiurlaube, ein Einfamilienhaus mit Arbeitszimmer und Garten, Flüge ins Ausland und jede Menge Freizeitaktivitäten. Das schlechte Gewissen, wenn wir mal schlecht gewordenes Essen wegschmeißen müssen, ist bei ihm geringer. Ich esse Dinge noch, die er schon längst ungenießbar findet. Das ist wohl auch so etwas, das bleibt. 

Ich wurde wieder schwanger, wollte es diesmal anders machen, nicht in die Armutsfalle tappen und machte doch wieder alles gleich. Ich wollte noch alles planen und durchrechnen und dann kam die Pandemie und ich war wie gelähmt vor Angst. Was mir in schlechten Zeiten als einziges half waren Kontakte zu Anderen und mit den Kontaktbeschränkungen fiel somit meine einzige Copingstrategie weg und das am Ende meiner Schwangerschaft. Also wieder das alte Kindergeldmodell gewählt und wieder mit dem Konto ins Minus gerauscht. Wieder eine Pechsträhne nach der anderen, weil wieder dauernd was kaputt war, jemand ins Krankehaus musste und Physiotherapie trotz Krankenkassenbeisteuerung sehr teuer ist. Weil das Auto kaputt wird und die Tochter den Führerschein machen will. Weil Masken und Tests haufenweise Geld kosten und man einen Rückbildungskurs machen will, weil es uncool ist, beim niesen Harn zu verlieren. Weil das Handy der Tochter kaputt wird und dann das vom Sohn. Am Tag drauf dann meins. Der Unterschied zu früher ist, dass ich keine Angst haben muss, dass wir nichts zu Essen mehr haben. Jetzt ist all das Scheiße, ich rutsche weiter ins Minus und es ist wieder kein Geld da für Freizeitaktivitäten und Spaß. Und vor allem weckt es ziemlich miese Erinnerungen. Aber ich merke wie groß der Unterschied zu früher ist. Wie wahnsinnig schrecklich die Angst ist, seinen Kindern nichts zu Essen kaufen zu können. Oder wie es ist, wenn man nicht weiß, wie man Medikamente für sie zahlen soll. Ich glaube nicht, dass Menschen, die das nicht erlebt haben, sich das vorstellen können. Ich bin froh, aus der schlimmsten Armut draußen zu sein, auch wenn mein Konto immer noch nicht im Plus ist. An dem Tag an dem ich meinen Kredit abbezahlt hatte, habe ich geweint. 

Die Pandemie hat mir auch gezeigt, wie andere Menschen normalerweise leben. Sie vermissen Dinge, die für mich immer noch nicht selbstverständlich sind. Shoppen zum Spaß, Essen gehen, Kino, Urlaub, Skifahren, Konzerte, Theater und der regelmäßige Friseurbesuch. 

Es fühlt sich an, als habe man jahrelang in einer Parallelwelt gelebt. 

Ich hätte so vieles anders machen sollen. Ich habe so viele Fehler gemacht, denke ich mir. Ich überlege, wie groß die Rolle von Glück und Pech im Leben ist. Und dann denke ich wieder, ich bin selber schuld, dass alles so scheiße war. Ich hätte doch einfach die richtigen Entscheidungen treffen müssen. Andere können das doch auch.


Ar-Mut bezahlt alle Betroffenen für ihre Texte, nennt sich Aufwandsentschädigung und Wertschätzung. Aktuell gibts ein monatliches Budget von 240 Euro, bedeutet ca. 4-5 Texte pro Monat. Wer mithelfen möchte damit mehr Stimmen laut werden:

für einmalige Unterstützungen (einfach „ar-mut“ dazuschreiben) : https://paypal.me/FrauSonnenschein?country.x=AT&locale.x=de_DE

für Abos um planen zu können:

https://steadyhq.com/de/ar-mut/about

https://www.patreon.com/frausonnenschein?fan_landing=true

Ein Kommentar zu „Ich hätte so vieles anders machen sollen

  1. Hat dies auf Kall's Einwürfe rebloggt und kommentierte:
    Es ging mir ganz anders und doch so ähnlich.
    Drei, vier, vielleicht aber auch nur die eine Entscheidung, haben mein Leben völlig verändert, haben
    letzten Endes in die Armut mit der Perspektive, dass sich das bis zum Lebensende nicht mehr ändern wird.
    Es wäre einen eigenen, ausführlichen Beitrag wert. Ob und wann ich ihn schreiben werde, ob ich ihn schreiben kann, weiß ich nicht.

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